Muss das oder kann das weg? SXSW Meet up 50 +

SXSW in Austin

Bald beginnt wieder die SXSW in Austin, Texas – die größte Digitalkonferenz der Welt, die ich 2018 und 2019 besuchten durfte. Die SXSW ist aus einem Musikfestival entstanden und hat sich mittlerweile zu einem Tech-Festival entwickelt. Es ist weit mehr als eine reine Leistungsschau, sondern es gibt auc hdurchaus kritische Töne zur Digitalisierung und ihren Begleiterscheinungen.

Einfach mal ausprobieren

Neben spannenden Vorträgen, unglaublich vielen Angeboten, Performances und interessanten Begegnungen, wurde ich auch mit einem Format konfrontiert, welches ich bisher immer ignoriert habe. Eigentlich schon wieder auf dem Weg ins Hotel, sprach mich jemand an, ob ich Lust habe, mit zum Meet up der über 50jährigen zu gehen.

Wirklich Lust hatte ich keine, aber da ich offen für Neues bin, habe ich mich angeschlossen. Da ich nicht wirklich große Erwartungen hatte, war ich um so erstaunter, wieviel ich doch mitgenommen habe.

Meine Learnings aus dem Meet up 50+

Der Besuch der SXSW und das gemeinsame Ü50 sein, schaffte es, als übergreifende Klammer für alle Teilnehmer, die Leute ins Gespräch zu bringen. Daher war es egal, ob man das erste Mal dabei war oder schon seit Beginn an. Als Folge gab es sofort einen gemeinsamen Nenner, über den man sich ausgetauscht und seine Erfahrungen geteilt hat.

1. Learning

Die Tatsache, dass wir eine Gemeinsamkeit haben, hat uns verbunden, dabei Barrieren gesenkt und uns offen für den Austausch gemacht.

Alle Teilnehmer hat im Grunde ein gemeinsames Thema beschäftigt: wie man auch in fortgeschrittenem Alter mit der digitalen Transformation, den Entwicklungen und mit den geänderen Anforderungen umgeht und vor allem am Arbeitsplatz noch seine Existenzberechtigung hat. Leider Realität: Viele berichten von ihren Arbeitgebern, die nur noch auf die jüngeren Generationen setzen. Älteren wird oft nicht einmal mehr die Chance eingeräumt zu partizipieren. Der gemeinsame Austausch hat viele bestätigt, Ideen wurden entwickelt und es war direkt spürbar wie dankbar einige waren, Gleichgesinnte zu treffen.

2. Learning

Schaffe im Unternehmen eine Gelegenheit, wo sich gerade ältere Menschen zu diesen Themen austauschen und experimentieren können. Ein Rahmen, der ihnen hilft ihre Fragen zu stellen und in ihrem Tempo Themen anzugehen.

Viele der Teilnehmer sind auf anraten von Kollegen oder Chefs – meist jüngeren – zur SXSW gekommen. Zur großen Überraschung: Das Thema Alter spielte bei keinem eine Rolle und keiner hat das Gefühl gehabt, aufgrund seines Alters bei den vielen jungen Teilnehmern aufzufallen. Im Gegenteil, jeder nahm den Geist, die Kreativität und die vielen Möglichkeiten der SXSW als inspirierend und positiv war. Der Austausch auf Augenhöhe wurde von vielen als sehr wohltuend empfunden.

3. Learning

Ältere Menschen sollten bewusst Veranstaltungen besuchen, die sich mit den verschiedensten Themen befassen und so zu „Teilnehmern“ werden und nicht nur im Büro versauern.

Den Boomern oder digital nicht so versierten älteren Personen wird ja oft Kleingeistigkeit, Desinteresse oder komplette Ablehnung vorgeworfen. Sicherlich gibt es da auch viele davon. Aber es gibt eben auch andere. Es gilt nun diese bzuholen un ihr Interesse zu unterstützen. Ihnen zu helfen in einer Welt klarzukommen, in der gelernte Glaubenssätze neu gedacht und die gelernten Wege verlassen werden müssen: das wäre eine Aufgabe für alle HR-Abteilungen dieser Welt! Und diese Aufgabe sollte mit der gleichen Bedeutung angegangen werden, wie sich um Millennials und die Gen Z Gedanken gekümmert wird.

Digitale Diversität ist eine Begrifflichkeit, die ich in diesem Zusammenhang erklären möchte und die es eigentlich ziemlich genau auf den Punkt bringt.

Digitale Diversität ist die Integration unterschiedlicher digitaler Lebensstile in die Belegschaft eines Unternehmens. Die Unter-schiedlichkeit der Mitarbeitenden zeigt sich in deren Einstellung zur digitalen Zukunft, der Ausrüstung mit Hardware, der Kenntnis von Software und Apps, der Anwendung von Suchmaschinen oder auch der Nutzung von Social Media. Aus diesen Unterschieden resultieren verschiedene Lebensgeschwindigkeiten. Am einen Ende des Spektrums beschleunigen die Hyperdigitalen, um in kurzer Zeit möglichst viel erleben zu können. Umgekehrt wollen die Offliner am anderen Ende des Spektrums durch Entschleunigung bewusster leben.

https://www.wissensfabrik.ch/digitaldiversity/#was-ist-digitale-diversitt

Ich wünsche mir wirklich, dass in den Unternehmen ein Umdenken passiert. Ältere Menschen haben so viel an Erfahrung und die, die Willens sind zu lernen und am Ball zu bleiben, verdienen eine Chance. Wenn Ihr Unternehmen kennt, die Angebote für Ältere haben, um sie fit für die digitale Transformation zu machen und damit auch einen Change im Unternehmen anzustoßen, dann lasst es mich gerne wissen.

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